Hey, mein Name ist Gudrun
und ich bin Ecoprint- und Buchkünstlerin.

Hey, ich bin Gudrun,
Ecoprint- und Buchkünstlerin

“Wenn ich durch die Straßen Berlins gehe, fasziniert es mich immer wieder, wie sehr die unterschiedlichen Bäume die Straßen und Plätze prägen…

Sie können uns viel erzählen. Seit ich diese Energie mit meinen botanischen Drucken einfange, nehme ich die Pflanzen in der Stadt viel bewusster wahr.”

“Sehnst Du Dich auch nach mehr Naturverbundenheit?”

Bei mir ist diese Sehnsucht immer größer geworden…

Was mich antreibt

Kraft, Energie und Inspiration aus der Natur schöpfend spiegelt meine künstlerische Praxis die Suche nach innerem Gleichgewicht, Heilung und Verbundenheit in unserer zunehmend fragmentierten Welt.

Allerdings denke ich auch über unser paradoxes Verhältnis zur Natur nach. Einerseits neigen wir dazu, die Natur zu romantisieren. Andererseits hat die anthropozentrische Perspektive in Verbindung mit dem kapitalistischen Wachstumsparadigma zu einem dramatischen Verlust der biologischen Vielfalt, zur Klimakrise und einer globalen Pandemie geführt.

In meinen Ecoprint-Arbeiten spüre ich den Standpunkt der Bäume und der sie umgebenden Insekten und Mikroorganismen nach. Ich sammle ihre herabgefallenen Blätter und gebe ihnen ein zweites Leben, indem ich ihre Strukturen und inhärenten Farben in einem Prozess mit Wasserdampf oder einem köchelnden Pflanzenfärbebad auf Stoff oder Papier übertrage.

Ich stelle die Pflanzensprache auch menschlichen Einflüssen wie geometrischen Gittern oder Buchstaben gegenüber und versuche, die Essenz von Orten oder kollektiven Prozessen aus der Pflanzenperspektive zu erfassen.

Indem ich die Schönheit und Zerbrechlichkeit der Pflanzen in meinen Drucken zeige, drücke ich meinen Wunsch nach mehr Einfühlungsvermögen für alle Lebensformen aus und ermutige, Pflanzen in unserem persönlichen Leben und in unseren Städten mehr Raum zu geben.

Meine Biographie

Nach dem Abitur in Berlin habe ich Kiswahili gelernt und ein Jahr lang als Volunteer bei einer Großmutter in einem abgelegenen Dorf im Süden Tansanias gelebt. Diese eindrückliche Erfahrung bewegte mich dazu, Landwirtschaft und Englisch in Berlin und Reading (Großbritannien) zu studieren. Meiner Liebe folgend zog ich später nach Indonesien, arbeitete in Jakarta für das Goethe-Institut, lernte die Sprache und übersetze seitdem Literatur aus dem Indonesischen ins Deutsche.

Die Teilnahme an Druck- und Buchbindekursen inspirierte mich dazu, kreative Buchprojekte mit Kindern in Jakarta und Berlin zu initiieren. Als meine eigenen Kinder größer wurden, fokussierte ich mich mehr auf meine eigene künstlerische Entwicklung und nahm an Kursen zu Pflanzenfarben und Ecoprint teil, um tiefer in eine nachhaltige Kunstpraxis einzutauchen.

In meinen Pflanzendrucken habe ich die gesammelten Blätter zunächst vornehmlich nach ästhetischen Gesichtspunkten angeordnet oder Vollkommenheit und Unvollkommenheit in der Vielzahl der Blattformen betrachtet. Seit einiger Zeit fasziniert es mich, an besonderen Orten Blätter und Blüten zu sammeln und so kollektive Prozesse zu dokumentieren. Ich lasse die Pflanzen sprechen und drücke die gefühlte Energie in meinen Kompositionen aus. Diese stelle ich auch menschlichen Einflüssen, oft eine Bedrohung für die Natur, gegenüber –  beispielsweise symbolisiert durch geometrische Strukturen oder Buchstaben.

Meine Werke wurden im Prinzessinnengarten in Berlin-Kreuzberg und im Rahmen der kreativ-anarchistischen urbanen Flucht-Chronik in der Flipperia, dem ResiArt und dem Organ Kritischer Kunst in Berlin ausgestellt. Im Rahmen des Künstlerresidenzenprogramms the only artisthatte ich während dieser Pandemie eine offene Atelierwoche im Bauhaus Reuse Pavillion inmitten eines Kreisverkehrs in Berlin-Charlottenburg. Außerdem engagiere ich mich in Gestaltung und Bau von Hochbeeten im öffentlichen Raum, um dort auch Ausstellungen in der Nachbarschaft zu ermöglichen. Wenn die Pandemie es erlaubt, werden meine im Bauhaus Reuse Pavillon entstandenen Drucke in diesem Frühjahr dort ausgestellt.

Ich unterstütze die Initiativen culture declares emergency und Die Vielen.

Gudrun Ingratubun
Mail: gudrun@l-y-w.art

 © Gudrun Ingratubun 2020  © Fotos: Eunae Anna Jo  |  Webdesign: Co-Kreation mit Kirsten Hinkler | Impressum   |  Datenschutzerklärung

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